Aktuell
Schwarzwaldverein e.V.
Aktuell
Mitglied werden

Verein vor Ort

Rettungspunkte

Wanderservice

swvstore

Wanderakademie


 

Wandern & MTB

Startseite Wandern Wege Naturschutz Heimatpflege Jugend Familie

LANDESPLANUNGSGESETZ PRÄGT LANDSCHAFTSBILD

Der Entwurf zum Landesplanungsgesetz, der sich zur Zeit in der Anhörungsphase im Stuttgarter Landtag befindet, birgt aus Sicht des Schwarzwaldvereins große Risiken für die Schwarzwaldlandschaft.
Der Präsident des mitgliederstarken Heimat-, Naturschutz- und Wanderverbandes, Eugen Dieterle, machte in seiner Rede vor den Umwelt- und Energieausschüssen des Landtags in Stuttgart am 21. März auf diese Gefahren aufmerksam und unterbreitete Vorschläge zum landschaftsschonenden Ausbau der Windkraft.

Weiterführende Informationen
Pressemitteilung als PDF

Saubere Energie und Erhalt der Landschaft ist gemeinsam möglich

Eugen Dieterle betonte die Unterstützung des Schwarzwaldvereins für die Energiewende. Jede Region müsse ihren Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien erbringen, wozu im Schwarzwald auch die Windkraft gehöre, so Dieterle. Allerdings gelte es die Einmaligkeit und Schönheit der Landschaft zu bewahren und gleichzeitig die Ziele einer Stromversorgung mit höchstmöglichem Anteil regenativen Energien zu erreichen, denn beides zusammen sei bei vernünftiger Planung möglich.

Dass zum Ausbau der Windkraft ohne Not Landschaft geopfert werden soll, kann nach Ansicht des Schwarzwaldvereins die Akzeptanz der Energiewende bei den Bürgern gefährden. „Der Umstieg auf saubere Energieerzeugung braucht den Rückhalt in der Bevölkerung. Und die Akzeptanz wird kippen, wenn die Menschen nach ein paar Jahren ihren Schwarzwald nicht mehr wiedererkennen“ ist Eugen Dieterle überzeugt.

Geplante Änderung des Landesplanungsgesetzes führt zu Wildwuchs bei Windanlagen

Der Entwurf des Landesplanungsgesetzes soll den beschleunigten Ausbau der Windkraft ermöglichen, indem das Gesetz kommunale Eigenständigkeit bei der Genehmigung von Windkraftanlagen in den Vordergrund rückt. Ein Weg, der nach Ansicht des Schwarzwaldvereins zum Wildwuchs von Windkraftanlagen ohne Berücksichtigung des landschaftlichen Opfers führen wird.

Die Position des Schwarzwaldvereins ist, dass nur die bislang geltende Planungskompetenz der Regionalverbände einen fachlichen und kontrollierten Ausbau der Windkraft gewährleisten kann, der auch die Akzeptanz bei den Bürgern sicherstellt.  Geht der  Ausbau der Windkraft im Schwarzwald unter dem Zeichen der Profitmaximierung ortsfremder Investoren vonstatten, werden die Bürger sowohl dem Prozess der Energiewende als auch der Politik ihr Vertrauen entziehen.

Die Schönheit und Besonderheit der Schwarzwaldlandschaft ist ein kultureller und wirtschaftlicher Wert, der nach Ansicht des Schwarzwaldvereins nicht vernachlässigt werden darf. Ebenso sieht der Verein die Schutzwürdigkeit der Landschaft unter ästhetischer Hinsicht gleichrangig neben Biotop- und Artenschutz.

Schwarzwaldverein macht Vorschläge zum landschaftsschonenden Ausbau der Windkraft

Deshalb fordert der Schwarzwaldverein die Ausweisung von Vorrangflächen für „Landschaft, Erholung und Tourismus“ und schlägt einen Ausbau der Windkraft in zwei Stufen vor: Eine schnelle Umsetzung in Gebieten, die als landschaftlich unproblematisch eingestuft werden  und eine sorgfältige Prüfung und intensive Bürgerbeteiligung an sensiblen Standorten, denen ein besonderer landschaftlicher oder touristischer Wert zukommt. Auch auf diesem Weg kann nach Ansicht des Schwarzwaldvereins die erforderliche Anzahl von Windkraftanlagen erreicht werden. Der Verein werde konstruktiv an Zielvereinbarungen mitarbeiten, die eine solche Umsetzung gewährleisten. Dies bekräftigte Eugen Dieterle am Ende seiner Rede vor dem Landtag und meinte abschließend: „Die Erwartungen der Bürger hinsichtlich ihrer Beteiligung sind sehr hoch, der Umgang mit dem Thema kann entweder zu breiter Akzeptanz oder zu noch mehr Politikverdrossenheit führen. Wer Bürgerbeteiligung wünscht, muss auch bereit sein, ernsthaft zu prüfen und dem Bürgerwillen entgegenzukommen“.


 

 zurück