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Das Schicksal der Flüchtlinge geht uns alle an

Präsident des Schwarzwaldvereins ruft zur Unterstützung auf (30. September 2015): Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldvereins, ruft die Mitglieder zur Unterstützung der Flüchtlinge auf, die derzeit vor allem aus den Krisengebieten des Nahen Ostens nach Deutschland gelangen. Keller fordert, den Flüchtlingen mit Mitmenschlichkeit zu begegnen, sie zu unterstützen und zu ihrer Integration beizutragen.

Schon 2014 hatte der Präsident des Schwarzwaldvereins bei seiner Rede am Ehrenmal des Schwarzwaldvereins in Allerheiligen, anlässlich des Ausklangs des 150. Vereinsjubiläums dazu aufgerufen, angesichts der eigenen Geschichte, den Flüchtlingen aus Kriegsgebieten mit Mitmenschlichkeit zu begegnen.

 

Liebe Mitglieder des Schwarzwaldvereins,

in diesem Herbst erleben wir die Ankunft von Tausenden Menschen, die auf einer beschwerlichen Flucht vor Krieg und Elend nach Deutschland gelangten. Die Bevölkerung reagierte freundlich und hilfsbereit, die Politik menschlich, die Verwaltung flexibel. Es kam zu berührenden Szenen überschwenglich begrüßter Flüchtlinge und echter Willkommensstimmung, die wohl mittlerweile einem Alltag von Organisationsanforderungen und Routine gewichen ist. Es bleibt zu hoffen, dass sich dennoch möglichst viel von der anfänglichen Großzügigkeit in die kommende Zeit der wohl nicht ausbleibenden Ernüchterung hinüber retten lässt.

Die Kommunen in unserem Vereinsgebiet stehen vor der Aufgabe, die Geflüchteten menschenwürdig unterzubringen, für Dolmetscher zu sorgen, Schul- und Bildungsangebote, sowie Gesundheitsversorgung bereit zu stellen. Dies bedeutet in der derzeitigen Größenordnung der Bedürftigkeit wohl für jedes Gemeinwesen eine bis dahin nicht gekannte Belastungsprobe, die freiwillige Helfer, hauptamtliche Kräfte und kommunale Strukturen gemeinsam bewältigen müssen.

Der Schwarzwaldverein hat sich die Pflege der Kultur, die Bewahrung der Traditionen und den Einsatz für die heimatlichen Landschaft auf die Fahnen geschrieben. Daher können Sie, die Mitglieder des Schwarzwaldvereins, ermessen welchen Wert die Heimat für jeden Menschen hat und welchen Schmerz eine Vertreibung bedeuten muss. Auch ist die Zeit, in der viele Deutsche am eigenen Leib gewaltsame Vertreibung erfahren haben, gerade mal sieben Jahrzehnte her. Auch unter unseren Mitgliedern sind sicher noch einige, die sich an das Schicksal, nach dem zweiten Weltkrieg ein Flüchtling zu sein, schmerzlich erinnern – die jedoch damals auch Hilfsbereitschaft erfahren haben, denen Chancen gegeben wurden und die nun in einem der reichsten Länder der Welt leben dürfen.

Aus diesen Gründen sind wir als deutsche Bürgerinnen und Bürger und auch als Schwarzwaldvereinsmitglieder gefordert zu helfen und zur Linderung der Not der Flüchtlinge beizutragen. Es ist Herausforderung an die Politik, in den Herkunftsländern für Frieden, Gerechtigkeit, Demokratie und bürgerliche Freiheiten zu sorgen. Wir vor Ort sind angesichts der individuellen Bedürftigkeit aufgerufen, die Flüchtlinge als Mitmenschen zu sehen, die aus Verzweiflung und Angst um ihre Familien und um ihr Leben die Heimat verlassen haben, um bei uns neu anzufangen. Geben wir ihnen eine echte Chance und bringen wir ihnen Hilfe, Verständnis und echte Menschlichkeit entgegen. Die Menschen, die aus von Krieg und Ausbeutung verwüsteten Teilen der Erde zu uns gelangt sind, haben zum Teil schlimme Erfahrungen gemacht. Sie sind bei ihrer Ankunft in Deutschland von der Flucht erschöpft und hier mit vielem für sie Fremdartigen konfrontiert, was zu Unsicherheit, Abwehr und Angst führen kann. Trotzdem kommen sie auch mit Optimismus, Tatendrang und zahlreichen Talenten in unserer Land. In ein Deutschland, das erwiesenermaßen Zuwanderung braucht, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und das Sozialsystem unserer anspruchsvollen, aber alternden Gesellschaft am Laufen zu halten.

Ich bitte Sie: tragen Sie als Bürger/in und Mitglied des Schwarzwaldvereins zu einer freundlichen Aufnahme und gelingenden Integration bei. Füllen Sie das Wort von der „Willkommenskultur“ in Ihrer Gemeinde mit Leben. Jeder Einzelne und jede unserer Ortsgruppen kann einen wertvollen Beitrag leisten, ob es sich um das Angebot von Freizeit- oder Bildungsveranstaltungen, um benötigte Spenden oder nur um einen freundlichen Gruß auf der Straße handelt. Stellen Sie sich als ehrenamtlicher Helfer zur Verfügung. Setzen Sie für ein gelingendes Miteinander und sozialen Frieden ein. Treten Sie Verunglimpfungen und rassistischer Stimmungsmache entgegen.

Viele von den Neuankömmlingen werden für lange Zeit – einige auch für immer– in unserem Land bleiben. Je großzügiger und partnerschaftlicher wir sie aufnehmen, um so leichter kann eine Integration gelingen.

Georg Keller
Präsident

 
 

Mehr Info: Brief des Präsidenten zum Thema Flüchtlinge als Acrobat PDF-Download

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