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Mehr Schwarzwaldpfade für Biker

Singletrailvergnügen jedoch nicht auf Kosten der Wanderer (19. Juni 2013): Auf eine Steigerung der Attraktivität des Schwarzwaldes als Mountainbike-Revier und Förderung der Akzeptanz zwischen Wanderern und Mountainbikern zielen die Initiatoren des Konsenspapiers „Waldstrategie“ ab, das am 18. Juni in Freiburg vorgestellt wurde.

Gemeinsam haben sich Tourismus, Naturparke, Forst und der Schwarzwaldverein auf Eckpunkte verständigt, wie sich die beschilderten Mountainbikestrecken durch mehr Singletrails, also schmale, naturbelassene Pfade, aufwerten lassen.

Möglich werden soll dies durch verstärkte Nutzung einer Ausnahmeregelung, die das Landeswaldgesetz vorsieht. In Baden-Württemberg ist das Radfahren auf Waldwegen mit weniger als zwei Meter Breite per Gesetz untersagt. Der Forst kann jedoch Ausnahmen zulassen.

Auch der Schwarzwaldverein sieht die Notwendigkeit, dem Mountainbikesport mehr Raum zu geben. Dass der Anteil von 2% Singletrails an den ausgeschilderten 8500 Kilometer Mountainbikestrecken  im Schwarzwald die meisten Radler nicht davon abhält, auf den schmalen Wanderwegen im wahrsten Sinne des Wortes in der „Grauzone“ zu fahren, liegt für den Wanderverein auf der Hand.

Das angestrebte Ziel eines 10%-Anteils von Singletrails am MTB-Angebot, also immerhin rund 800 Kilometer, unterstützt der Schwarzwaldverein, weist jedoch darauf hin, dass dies nicht zulasten der Attraktivität des vom Verein beschilderten Wanderwegenetzes geschehen dürfe. „Da die Wege des Schwarzwaldvereins als Netz organisiert sind, ist ein Eingriff in das bestehende System mit hohem Organisationsaufwand und Kosten für die Anpassung der Beschilderung verbunden“, meint Wegereferent Patrick Schenk. Zudem sind es nicht nur die Mountainbiker, die naturbelassene Pfade lieben, sondern auch die Wanderer. Eine Doppelbeschilderung von schmalen Pfaden sowohl als Wander- sowie offizieller Mountainbikeweg sieht der Schwarzwaldverein skeptisch. Für die zusätzlichen MTB-Trails sollten vielmehr aufgegebene alte Pfade instandgesetzt oder neue Wegabschnitte angelegt werden.

Grundsätzlich hält es der Wanderverein nicht für ausgeschlossen, dass einzelne seiner Ortsgruppen sich bereit finden, an der Pflege der örtlichen Mountainbikewege mitzuarbeiten. Bei der Planung und Einrichtung neuer MTB-Strecken müssen die Ortsgruppen und das Wegereferat des Vereins jedoch frühzeitig eingebunden werden.

Auch sieht der Verein die Mountainbiker in der Pflicht, sich an der Wegearbeit zu beteiligen, was sich aufgrund des geringen Organisationsgrades der Radler als problematisch erweisen könnte. „Natürlich sind alle Mountainbiker eingeladen, sich als Mitglieder des Schwarzwaldvereins und aktive Helfer vor Ort in die Wegearbeit mit einzubringen“, meint Hans-Martin Stübler, Vizepräsident des Schwarzwaldvereins.

Wichtige Voraussetzung für die Erreichung des angestrebten Ziels ist es, die Akzeptanz zwischen Wanderern und Mountainbikern zu verbessern. Dass es um die gar nicht so schlecht bestellt ist, zeigt die Studie „Wandern- und Mountainbiking“ des Instituts für Forstpolitik der Uni Freiburg. Dennoch gibt es offenbar auf beiden Seiten Vorbehalte und schwarze Schafe.

Unabdingbar ist für den Schwarzwaldverein, dass auf gemeinsam genutzten Wegen, egal welcher Breite, die Sicherheit von Wanderern –im Verhältnis zu den schnelleren Radlern die schwächeren Wegenutzer– unbedingt zu respektieren ist. Hier können insbesondere die Mountainbiker durch eine vorausschauende Fahrweise und rücksichtsvolles Verhalten –wie zum Beispiel Benutzung einer Fahrradglocke– in der Begegnung mit Wanderern punkten.

Der Verein weist auch darauf hin, dass die im Konsenspapier formulierte Absicht, den Schwarzwald als MTB-Revier zu stärken, kein Freibrief für die uneingeschränkte Nutzung alle Waldpfade durch Radfahrer ist, sondern sich auf zukünftig zu planende und auszuschildernde Abschnitte bezieht.

Der Schwarzwaldverein betreut mit überwiegend ehrenamtlichem Einsatz das über 23.000 km umfassende Wegenetz, das den Schwarzwald als einmalige Wanderregion kennzeichnet. Der Verein zählt mit rund 230 Ortsvereinen und insgesamt über 70.000 Mitgliedern zu den großen Freizeit- und Naturschutzorganisationen in Baden-Württemberg. Naturschutz, Wandern, Heimatpflege, Familien- und Jugendarbeit sind weitere Schwerpunkte der Vereinsarbeit. Etwa 5% der Vereine bieten eine Mountainbike-Gruppe an.
 

Mehr Info:
> Die Studie „Wandern- und Mountainbiking“ in der Zusammenfassung:
Acrobat PDF-Download (Server der Schwarzwald-Tourismus GmbH)
> Konsenspapier Waldstrategie Acrobat PDF-Download

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